Zoologische Nomenklatur


Alle im Folgenden aufgeführten Informationen wurden nach bestem Wissen zusammen getragen, erheben aber keinen Anspruch auf Richtig- und Vollständigkeit. Sie entstammen unterschiedlichsten Internetquellen, sowie der gängigen Fachliteratur.
Diese Kurzbeschreibung der heute gängigen zoologischen Nomenklatur soll lediglich als Erklärung für die auf dieser Website verwendeten wissenschaftlichen Bezeichnungen von Fischen und Wirbellosen dienen.


Wer legt diese Regeln fest? (... und warum?)

Die heute gültige Vergabe von wissenschaftlichen Namen von Tierarten, Gattungen und Familien geht im Wesentlichen zurück auf Carl von Linné, welcher im Jahre 1758 die 10. Auflage seines Werkes Systema Naturæ veröffentlichte und dort erstmals eine entsprechende zoologische Nomenklatur beschrieb. Mithilfe dieser Nomenklatur sollte die Eindeutigkeit von wissenschaftlichen Namen gewährleistet und somit die Verwechselungen von Arten ausgeschlossen werden. Eine solche Gliederung (Klassifikation oder Systematik) wird auch als Taxonomie bezeichnet.
Ein weiterer gängiger Begriff für diese Systematik ist die „(zoologische) Binominalnomenklatur“. Diese Bezeichnung ergibt sich aus der Zusammensetzung von zwei Teilen (Gattungs- und Artname), um - im Normalfall - eine Tierart ausreichend genau zu beschreiben.

Heute ist die International Code of Zoological Nomenclature (ICZN) für Fortführung und Einhaltung dieses Regelwerkes zuständig.
Wer sich für die genaueren Regularien interessiert, kann sich gerne in Wikipedia einen Überblick verschaffen oder die vollständige Online-Version (in englischer Sprache) studieren ...


Allgemeines

Die wissenschaftliche Vergabe des Namens einer bestimmten Tierart erfolgt in lateinischer Sprache. Auf die Angabe der Systematik oberhalb des Gattungsnamen (z. B. Klasse, Ordnung, Familie, usw.) wird hierbei verzichtet, da die Kombination von Gattung und Art eindeutig sein sollte.
Des Weiteren bestehen oftmals deutsche Trivialnamen (Synonyme) für bestimmte Arten, welche mehr oder wenig verbreitet sind - diese sind aber nicht immer eindeutig und sollten daher nur ergänzend [geklammert] aufgeführt werden.
Z. B. sollte der unter dem deutschen Synonym bekannte Felsenbuntbarsch besser als Cynotilapia afra [Felsenbuntbrasch] bezeichnet werden.
Hierbei steht Cynotilapia für den Namen der Gattung und afra für den Namen der Art.
Unter dieser Bezeichnung verstehen Interessierte auf der ganzen Welt ein und dieselbe Art und eine Verwechselung sollte ausgeschlossen sein, obwohl - wie bereits erwähnt - auf die Voranstellung der Bestandteile der höheren Systematik verzichtet wurde.
Die nicht aufgeführten Namensteile entnehmen Sie bitte der folgenden Auflistung:

  • Reich: Animalia [Tiere]
  • Unterreich: Metazoa [Vielzellige Tiere]
  • Abteilung: Eumetazoa [Gewebetiere]
  • Unterabteilung: Bilateria
  • Überstamm: Deuterostomia [Neumünder]
  • Stamm: Chordata [Chordatiere]
  • Unterstamm: Vertebrata [Wirbeltiere]
  • Überklasse: Gnathostomata [Kiefermäuler]
  • Reihe: Osteichthyes [Knochenfische]
  • Klasse: Actinopterygii [Strahlenflosser]
  • Unterklasse: Neopterygii [Neuflosser]
  • Teilklasse: Teleostei [Echte Knochenfische]
  • Überordnung: Acanthopterygii [Stachelflosser]
  • Ordnung: Perciformes [Barschartige]
  • Unterordnung: Labroidei [Lippfischartige]
  • Familie: Cichlidae [Buntbarsche]

  • Gattung: Cynotilapia
  • Art: afra

Autor(en) der Erstbeschreibung

Der Autor einer Erstbeschreibung wird dem wissenschaftlichen Namen einer Art nachgestellt. Dies geschieht in der Regel in der Form:

Gattung art   Autor, Jahr

Hierbei ist darauf zu achten, dass der Nachname des Autors in Kapitalschrift ("Kapitälchen") geschrieben werden soll. Mehrere Autoren werden kommasepariert aufgeführt, wobei der zuletzt genannte Nachname mit einem Et-Zeichen (&, "Kaufmanns-Und") angefügt wird. Sollten mehr als drei Autoren an der Erstbeschreibung beteiligt sein, so kann auch nur der erste Autor mit dem Zusatz »et al.« (lat.: et al. = und andere) genannt werden.
Eine weitere Besonderheit stellt die Klammerung (runde Klammern) von Autor und Jahreszahl dar. Hierdurch wird angezeigt, dass die Erstbeschreibung der Art in einer anderen Gattung vorgenommen wurde. Sollte der Autorenname zusätzlich oder ausschließlich geklammert [eckige Klammern] sein, so zeigt dies an, dass der Name des Autors nicht aus der Erstbeschreibung selbst hervorgeht.

Somit sind also auch die folgenden Beispiele möglich:

Gattung art   Autor & Autor, Jahr
Gattung art   Autor et al., Jahr
Gattung art   (Autor, Jahr)
Gattung art   [Autor], Jahr
Gattung art   ([Autor], Jahr)


Besonderheiten

Die Kennzeichnung von Spezialfällen innerhalb der Nomenklator werden oftmals durch die noch nicht erfolgte wissenschaftliche Beschreibung von Arten nötig. In anderen Fälle spiegeln diese Kennzeichnungen auch nur Unsicherheiten in der Einordnung bestimmter Tiere in die Systematik wider.
Im Folgenden werden die gängigsten Kennzeichnungen aufgelistet und erklärt:

  • spec., bzw. sp. (lat.) species = Art
    ... bedeutet, dass die Art bislang wissenschaftlich noch nicht beschrieben und benannt worden ist.
    Die Erstbeschreibung einer Art erkennt man in Veröffentlichungen meist am „n. sp.“ (nova species = neue Art) in der Überschrift, bei Gattungen am „n. g.“ (novum genus = neue Gattung).
    Beispiel: Aulonocara sp. "walteri"
  • aff., bzw. sp. aff. (lat.) species affinis = verwandte, ähnliche Art
    ... bedeutet, dass es sich um eine bislang unbestimmte Art handelt, die einer bekannten Art jedoch sehr ähnelt.
    Im Anschluss an die Abkürzung muss der Name der ähnlichen Art genannt werden.
    Beispiel: Apistogramma aff. payaminonis
  • conf., bzw. cf. (lat.) confer! = vergleiche! (Imperativ (Befehlsform) von conferre = vergleichen)
    ... bedeutet, dass diese Exemplare in gewissen Details von der Originalbeschreibung abweichen, jedoch nicht so gravierend, dass es sich um eine eigene Art handeln sollte.
    Im Anschluss an die Abkürzung muss der Name der ähnlichen Art genannt werden.
    Beispiel: Ambassis agrammus cf. gymnocephalus
  • ssp., bzw. subsp. oder subspec. (lat.) subspecies = Unterart
    ... bedeutet, dass diese Exemplare einer bestimmten Population einer Art angehören, welche sich zwar äußerlich unterscheiden, jedoch genetisch zur gleichen Art gehören. Solche Populationen finden sich oftmals bei Arten, welche ein großes Verbreitungsgebiet aufweisen.
    Unterarten werden zwar wissenschaftlich beschrieben, jedoch unterliegt es der Beurteilung des jeweiligen Beschreibers, was genau als Unterart zu werten ist. Daher bevorzugen es viele Zoologen neue Arten, bzw. Gattungen zu beschreiben und somit auf die Verwendung von Unterarten, bzw. -gattungen zu verzichten.
    Beispiel: Ctenobrycon spilurus ssp. hauxwellianus
  • sg., bzw. subg. (lat.) subgenus = Untergattung
    siehe Unterart (ssp.)
  • var.
    (lat.) varietas = Variante
    ... bedeutet, dass diese Exemplare äußerliche Unterscheidungsmerkmale aufweisen, welche häufig unter der Zuhilfenahme von Orts- oder Farbbezeichnungen angezeigt werden.
    Solche Namenszusätze werden oftmals in Anführungszeichen ergänzt und dienen der genaueren Beschreibung einer (zumeinst Farb-) Variante, jedoch ist eine solche Ergänzung kein offizieller Bestandteil des wissenschaftlichen Namens.
    Beispiel: Cobitis cucura var. "mohoity"

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